Urlaubserinnerungen an Regentagen // Eine Reise nach Athen

Der Zufall ist diese Tage ganz gewitzt! Seit Montag schon kleidet sich der britische Himmel in ein leichtes Grau und gestern Morgen, als ich in den Flieger nach Berlin stieg, riss der Himmel auf und wartete mit dem schönsten Sonnenschein auf. In Berlin verhält es sich anders herum; dort begutachtete ich zu Beginn der Woche sonnengetränkte Instagram Fotos während jetzt fürs Wochenende Weltuntergang angesagt ist. Halleluja!

An solchen Tagen verbringe ich überdurchschnittlich viel Zeit auf Reiseseiten, durchforste die günstigsten Angebote und träume von gestreiften Liegepolstern  und schattigen Plätzchen im Warmen. Ein Blick aufs Konto verrät: das wird dieses Jahr nichts. Die gute Laune lasse ich mir davon aber nicht verderben und begebe mich stattdessen auf Zeitreise. Auf Zeitreise in die Vergangenheit nach Athen, wo ich vor genau einem Jahr ein paar herrliche Tage verleben durfte.

Was mich genau nach Athen zog, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Irgendwann stand aber fest, dass die nächste Reise in die griechische Hauptstadt gehen sollte. Wer mich kennt weiß, dass ich unter 300 gramm Feta pro Woche mürrisch werde. Kulinarisch waren Griechenland und ich bereits im Vorhinein ein Dreamteam. Ein Bekannter, der dort sein Auslandssemester verbracht hatte, erzählte mir außerdem von wahnsinnig netten Leuten, langen Sommerabenden in Tavernen, einer boomenden Kulturszene und von dem ein oder anderen Ouzo-Abend. 5 ganze Tage sollten es also sein, die wir in einem der schönsten Airbnb Apartments verbrachten, die ich je gesehen habe. Lange Straßenzüge mit hohen Appartmentfassaden aus den 30ern, vorgezogene Markisen die den großen Balkonen Schatten spendeten, triefenden Klimaanlagen und beblümte Terassen begrüßten uns. Ebenso wie ein Kühlschrank gefüllt mit Früchten, Käsesorten, Oliven und herrlichem Brot.

Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns auf, um die Innenstadt zu erkunden und die Akropolis zu erklimmen. Beeindruckt bestaunten wir den wahnsinnig weitreichenden Ausblick über die ganze Stadt und schwitzten uns ziemlich einen ins Fäustchen. 35 Grad, woho.

135109

Folglich verbrachten wir den Rest des Tages in netten Cafes und beobachteten das rege Straßentreiben. Unweit unseres Apartments befand sich das Stadtviertel Exarcheia, das uns von besagtem Bekannten ans Herz gelegt wurde. Ein anarchistisches Künstlerviertel, das für Widerstand steht: Widerstand gegen Polizeigewalt, gegen den Staat, gegen die Schere zwischen arm und reich.  Am Abend fanden wir uns also am Plaza Exarchion ein, ließen uns in einem der Straßenrestaurants nieder und bestellten die Speisekarte rauf und runter was das Zeug hielt. Es war genauso wie man sich das jetzt vorstellt: mit karierten Tischdecken bedeckte Holztische, unter über den Straßenzug gespannten Lichterketten, Trubel am und um den Tisch, viele kleine Schalen mit den köstlichsten Speisen und den ein oder anderen Ouzo zwischendurch und das zu später Stunde. Danach ein, zwei, drei eisgekühlte Bier am Plaza Exarchion selbst, der, proppe gefüllt mit Menschen allen Alters, auch noch um vier Uhr, als wir uns gen Unterkunft verabschiedeten, nicht leerer wurde.

[No pictures available due to impatient and overly hungry travellers]

Den zweiten Tag in Athen ließen wir ganz entspannt angehen, spazierten ein wenig herum und hielten ein Nachmittagsschläfchen. Es war einfach so heiß! Gen Abend düsten wir wieder Richtung Zentrum, aßen köstliche gefüllte Pitabrote und tranken leckere Cocktails. Nachts durch die immer noch trubeligen Straßen schlendernd, kamen wir an einer Straßenparty vorbei und tätigten zu ganz später Stunde sogar noch ein bisschen Sightseeing.

Wieder im Apartment beschlossen wir, dass am nächsten Tag ein wenig Strand hermusste. Die Temperaturen hielten wir nicht mehr aus. Gesucht, gefunden, gebucht: Um 9 Uhr saßen wir auf einer Fähre Richtung Agistri. Eine Mini-Insel vor Athen, mit nur einer handvoll Stränden und ein paar wenigen Unterkünften. Da wir uns noch in der Nebensaison befanden schossen wir für gerade einmal 50€ eine Maisonette Unterkunft in einem wunderschönen Hotel/Apartmentkomplex, mit zwei Balkonen und Bett mit Meerblick.

13

12

Wir mieteten einen Roller und erkundeten an zwei Tagen die Insel, badeten im glasklaren Wasser, kraxelten über Gestein hinunter zum Paradiesstrand und aßen Abends auf der Hoteleigenen einladenden Terasse, auf der sich zu späterer Stunde gefühlt die ganze Insel einfand. Vorm Essen hüpfte ich noch fix für eine Runde ins Wasser und traf auf dem Rückweg doch tatsächlich Freunde aus der Schule, die, abenteuerlicher als wir, im Wald zwischen Hotel und Paradies-Strand campten. Am kommenden Morgen frühstückten wir Obst und Käse und machten es uns auf dem Sofabett mit Meerblick auf der Hotel Terasse gemütlich. Ein Cafe Freddo durfte natürlich nicht fehlen, bevor wir wieder mit dem Roller losdüsten.

_DSC0358

5C602EBF-47FB-43BB-8FC2-3F49E4DF4F58

AE551181-148B-481D-BDD7-DFC593917227B9D5212E-D362-4D4B-BA2C-8FFE14042E38

18

F19101EF-29E9-4029-BB1C-8E245DDEBB4F

Wieder in Athen besuchten wir noch das ein oder andere Kulturzentrum und genossen vor allem die sehr entspannte Stimmung, tranken weitere Eiscafés und träumten von unseren zwei Tagen auf Agistri. Fünf Tage Ferien hoch 10, gespickt mit zwei Urlaubstagen der allerersten Güte, die Energie und unverhoffte Erinnerungen spendeten für Jahre. Agistri, du kleiner Schatz, ich komme wieder! Dann mit mehr Zeit und mit mehr Büchern. Wenn ich heute irgendwo sitze und der Himmel mal wieder grau ist, erinnere ich mich an den wunderbaren Glücksmoment dort auf dem Sofabett mit eisgekühltem Kaffee in der Hand und dem Meer in unmittelbarer Nähe.

17

PS: Am liebsten würde ich den Trip dieses Jahr genauso wiederholen, denn zu Athens bereits gut ausgestatteter Kulturszene gesellt sich dieses Jahr auch noch die Documenta hinzu, die dort und in Kassel gleichzeitig stattfindet. Wer es sich also erlauben kann, sollte Athen unbedingt für die Ferienplanung in Betracht ziehen (und mir davon erzählen!). 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s