What grows? // Juni

JuniIllustration und Schrift by #partnerinthyme Judith Blumberg (@trainingmyotherhand)

Das Wetter lässt auf baldigen Dauersommer hoffen und die Gemüseauswahl wird ab jetzt auch immer üppiger ausfallen. Passend dazu stellen wir euch diesen Monat Salate vor, die man gut in Einmachgläser füllen und auf die nächste Gartenparty oder in den Park mitnehmen kann. In einer Mittagspause machen sich die meisten auch nicht schlecht. Und weil dafür meine liebe Freundin Luisa Expertin ist, hilft sie mir ab diesem Monat bei der Rezeptkreation. Im vergangenen Jahr hat Luisa nämlich das wunderschön gestaltete und mit vielen tollen Rezepten gespickte Kochbuch „Pause im Glas“ herausgebracht, das euch für die aufkommende Langeweile in der Mittagspause bestimmt ein paar Inspirationen bietet.

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What grows? // Mai

What grows Mai
Illustration und Schrift by #partnerinthyme Judith Blumberg (@trainingmyotherhand)

Der April, der April, der macht was er will. Auch viel zu schnell vorübergehen – genauso wie der Mai. Hier sind wir schon am 25. und kommen erst jetzt mit der saisonalen Gemüsereihe, die letzten Monat gestartet wurde. Alles aber nur halb so wild, denn die Erntezeit hat begonnen und alle hier vorgestellten Lebensmittel dürfen auch noch im Juni problemlos in den Einkaufskorb wandern. Der nahende Sommer spielt dem vollen und/oder unorganisierten Terminkalender alle passenderweise ideal in die Karten.

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What grows? // April

April gelbIllustration und Schrift by #partnerinthyme Judith Blumberg (@trainingmyotherhand)

Erdbeeren im Februar? Spargel im Dezember? Wann wächst eigentlich was in Deutschland? Das habe ich mich letztens gefragt und bin–völlig ahnungslos–auf interessante Dinge gestoßen: zB. im April wachsen nur ganze vier Gemüsesorten in DE. Eine weitere Erkenntnis: selbst Supermärkte beziehen saisonal wachsendes Gemüse oftmals regional, was wiederum durch kürzere Lieferwege CO2 spart. Außerdem soll saisonale Nahrung gut fürs Immunsystem sein und die Spargelvorfreude, die zumindest jedes Jahr meinen März versüßt, kann so auch auf andere Lebensmittel übertragen werden. Ein guter Deal? Find ich auch. Passend dazu gibt es ab jetzt jeden Monat eine Liste mit saisonalen Gemüsesorten inklusive Rezeptanregungen, die liebend gerne ergänzt werden können.

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Eine Lanze für die Unzufriedenheit // London #6

january-bluesEine mir sehr nahe stehende Person hat einmal zu mir gesagt, dass ich ein sehr unzufriedener Mensch sei. Der Kommentar hat mich zuerst schockiert, dann traurig und dann nachdenklich gemacht. Ich habe mir die Bemerkung wirklich zu Herzen genommen, habe in vielen Situationen danach an sie gedacht und mein Verhalten mit ihr abgeglichen. Im Großen und Ganzen hat die Bemerkung mich aber vorrangig verletzt. Denn mit dieser Aussage klang auch eine Art Vorwurf mit: du schätzt Dinge nicht genug wert. Du wirst immer unzufrieden sein, egal was du machst. Du hast keinen Sinn für Zufriedenheit und dein Hang zur Unzufriedenheit hat keine ehrliche Referenz, sondern ist lediglich ein Drang nach stetiger Veränderung, weil es irgendwo immer noch besser, größer, schöner ist. Du erreichst Ziele, um neue zu setzen ohne jemals anzukommen. Aber ist das wirklich so?

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Leseliste Numero Uno

leseliste6Freunde, der Januar hat mich schlichtweg überrollt. Ist es wirklich schon 2017 und ist der erste Monat tatsächlich schon um? Wo ist die Zeit geblieben? Neue Artikel zu schreiben, habe ich tatsächlich immer auf die lange Bank geschoben. Eine Essay Abgabe, die Rückkehr nach London, Unianfang und zwei Arbeitstermine lähmten schlichtweg die Tipp Finger. Hinzu gesellte sich dann noch die Angst, dass das ganze hier nur eine Eintagsfliege gewesen wäre. Ob das so ist, kann ich immer noch nicht sagen und die Ideen sprudeln gerade tatsächlich nicht so heraus, aber ein paar schöne Entdeckungen des letzten Jahren möchte ich mit euch teilen. Wem der Januar ähnlich zugesetzt hat wie mir–Trump, Muslim Ban, etcpp. tragen auch ihre Schuld–der sehnt sich vielleicht auch nach ein paar Momenten Gedankenferien oder externer Beschallung. Es folgen also ein paar Texte, die ich besonders interessant fand, eine Dokuempfehlung und das wohl für mich persönlich einflussreichste Buch des letzten Jahres. Und noch ein oder zwei Artikel, die vergnüglich oder nachdenklich daher kommen, aber garantiert nicht langweilig sind (wenn man denn dann meinem Geschmack vertrauen mag).

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Heilig Abend, wir müssen reden.

christmas
Morgen Abend ist es soweit, der besinnlichste aller Tage, der Tag der Liebe und Glückseligkeit steht vor der Tür. Seit Wochen treibe ich mich in heimelig geschmückten Cafés, schön beleuchteten Straßen und auf Weihnachtsfeiern mit lieben Menschen rum. Die Vorweihnachtszeit ist mir tatsächlich eine der liebsten des Jahres, das Weihnachtsfest am 24. könnte mir dahingegen durchaus gestohlen bleiben. Von Medien und auch einigen Freunden wird mir vermittelt, dass an den Weihnachtstagen alles ideal sein wird – Familie, Liebe und Glückseligkeit, das schöne Gefühl nach Hause zu kommen, umsorgt zu sein. Ich will nicht sagen, dass das Gegenteil bei mir der Fall ist, aber doch eine deutlich abgewandelte Version. Diese treibt mir, trotz des vorhandenen Bewusstseins über die teilweise bloß scheinheilig ideale Familienfeier, jedes Jahr erneut ein paar Tränchen ins Auge. Man will meinen man gewöhne sich an wiederkehrende Umstände.

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RANT

NOCH IST ÜBERHAUPT NICHTS KLAR. BISHER STEHT FEST, DASS MENSCHEN GESTORBEN SIND, WEIL EIN LKW AUF EINEN WEIHNACHTSMARKT GEFAHREN IST. MEHR NICHT! TROTZDEM ÄUßERT SICH SEEHOFER, DASS DIE EINWANDERUNGSPOLITIK JUSTIERT WERDEN MUSS, MEDIEN VERÖFFENTLICHEN SOGAR DIE IDENTITÄT DES FESTGENOMMEN, OHNE AUCH NUR EINEN FUNKEN GEWISSHEIT, OB ES SICH UM DEN TÄTER HANDELT. WAS IST HIER LOS? BISHER NICHTS ALS SPEKULATIONEN, DIE SICH ABER SO LANGE ÜBERSCHLAGEN UND WIEDERHOLEN BIS SIE PLÖTZLICH WIE FAKTEN AUSSEHEN. MEDIEN UND AUCH WIR MÜSSEN ANFANGEN EIN BISSCHEN VERANTWORTUNG ZU ÜBERNEHMEN UND DEMUT VOR DER ZEIT, DIE ES NUN MAL BRAUCHT, UM EINE SOLCHE SITUATION ZU ERKLÄREN. DAS IST KEINE FUCKING WISSENSLÜCKE, DIE MAN PER MAUSKLICK UND BLICK IN EINE WIKIPEDIA-EINLEITUNG SCHLIEßEN KANN. aber klar, bubble, ich erreich ja sowieso nur die, die das auch wissen #rantover

25 // Politische Geburtstagsgedanken & ein Aufruf

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Heute bin ich 25 Jahre alt geworden. Ein viertel Jahrhundert auf dieser verrückten Erde, in diesem noch viel verrückterem Universum. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich auf einer persönlichen Ebene wohl noch nie so optimistisch ins neue Lebensjahr geblickt habe. Und gleichzeitig so düstere Zeiten erahnt habe. Was sich in den letzten Wochen, Monaten, Jahren politisch abgespielt hat und nun unumstößlich Jedermanns Realität geworden ist, statt eine dunkle Bedrohung, ändert mein Leben unweigerlich. Ich habe noch nie in meinem Leben mit so vielen Menschen über Politik gesprochen, wie im letzten Jahr. Mein Geburtstagstag fällt nämlich zufälligerweise auch auf die Ereignisse von Paris im Jahr 2015. Danach hat sich, zumindest gefühlt, sehr, sehr viel verändert. Politische Diskussionen und Positionen sind wenigstens am Küchentisch wieder salonfähig geworden. So gefragt, dass ich zeitweise sogar das Gefühl hatte, dass wir nur noch reden, um zu reden. Um politisch zu sein. Zumindest im Privaten. Wir sind eine deutsche Generation, die so darauf fokussiert ist, dass sich die Schreckenstaten des 20. Jahrhunderts nicht wiederholen, dass es uns fast unmöglich ist, kritisch zu sein. Unsere politische Einstellung zur Flüchtlingskrise ist schwarz oder weiß. Alles im Graubereich ist bereits nationalsozialistisches Gedankengut. Wir sind so weltoffen, reisen in ferne Ländern, spüren den sogenannten Weltschmerz, dass wir darüber vergessen haben, vor der eigenen Türe mal nachzusehen. Na klar, im Vergleich zur Gesamtsituation leben wir hier in Deutschland im reinsten Schlaraffen-Miteinander. Wir haben so lange eingetrichtert bekommen, dass jeder Mensch „gleich“ ist, dass wir blind geworden sind, Unterschiede zu erkennen, zu benennen und wertzuschätzen und daraus Kapital zu schlagen (eine bescheuerte Redewendung). Wir diskutieren mit Gleichgesinnten, aber sind eingeschüchtert, sobald jemand mehr Wissen hat. Nachfragen, und damit Schwäche in Form einer Wissenslücke zeigen, ist unvorstellbar. Wir reden zwar miteinander, aber wir bringen nichts hervor. Leere Worte. Überlegt euch mal wie viel Wissen in allen Menschen steckt. Wir können so viel voneinander lernen. Wir müssen uns nur trauen. In weit entfernten Ländern scheint das einfach zu sein, aber in unserer unmittelbaren Nähe erfahren wir Hemmung. Weiterlesen

Die Schattenseite der Selbstverwirklichung // Oder: Schwärmen ist einfach. London #5

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Ich schwärme gerne. Ich schwärme oft und viel, aber wohl genauso oft beschwere ich mich auch, nörgele und bin überhaupt nicht zufrieden mit dem Status Quo. Die vergangenen 12 Wochen London (ZWÖLF) sind rasend schnell verflogen und der generell bisher vorherrschende Tenor ist durchaus positiv. Wie bereits in vergangenen Texten immer wieder angedeutet: hier erfüllt sich schon ein großer Traum. Einer, der schönerweise auf eine ebenbürtige Realität trifft. Und das macht natürlich vieles einfach. Nichtsdestotrotz habe ich mich in den letzten Wochen auch oft bescheiden gefühlt, habe die ein oder andere Träne rollen lassen, zuweilen auch ganze Bäche. Als ich diesen Blog begann, habe ich mich teilweise ein bisschen geärgert, denn in den vergangenen vier Jahren hatte ich wirklich viele Dinge, die hätten gesagt werden können. Jetzt im Nachhinein, wo alles ganz gut läuft, darüber zu schreiben, wie super es jetzt bei mir doch ausgekommen ist, ist kein allzu großes Hexenwerk. Die wirklich brutalen Realitäten, die diesem ganzen momentanen Glück zuvorgehen, schlummern nun friedlich in der Vergangenheit, eingereiht in die Schicksalskette des Lebens.

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Wieso London? Immer wieder London. // London #4

nussknackerIch bin wohl der schlechteste Tourist der Welt. Das war mir vorher schon klar, aber hier in London kann ich es nicht mehr leugnen. 8 Wochen bin ich nun schon hier, 8 Wochen Zeit einiges, einiges zu entdecken. Was mache ich stattdessen? Ich lümmele mich in meinem beschaulichen Peckham ein, gehe in die Bibliothek und verbringe Abende manchmal damit nur Serien zu schauen. Wenn es mir irgendwo gefällt, kann ich mich dort gut und gerne erstmal niederlassen ohne auch nur den geringsten Drang zu verspüren irgendetwas anderes zu tun. Die vergangenen zwei Wochen waren wohl so, über die Themse bin ich nur selten hinausgekommen. Es ist aber doch auch so schön hier!

Glücklicherweise habe ich nun dieses Wochenende Besuch bekommen und damit einen Grund auf Entdeckungstour zu gehen. Ich lasse mich da gerne führen und bekomme auch gerne etwas erklärt. Eine Touri-Eigenschaft kann ich nämlich besonders gut: staunen und begeistert sein. Möglicherweise liegt diese exorbitante Verblüffung, die ich da an den Tag legen kann, aber auch daran, dass ich sonst so ignorant gegenüber der ganzen Möglichkeiten bin. In so Momenten kippe ich regelrecht aus den Latschen und mein Gesicht gleicht dem eines Nussknacker kurz vor dem Einführen der Nuss.

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